1. Einleitung und Standpunkte der Parteien
In der Mediation erklärte der Antragsteller Peter, dass der Hund seines Nachbarn Markus ständig belle und dadurch die öffentliche Ruhe und Ordnung störe. Der Nachbar Markus reagierte nicht innerhalb der festgelegten Frist auf den Antrag, was der Mediator als mangelnde aktive Mitwirkung, jedoch nicht als Schuldanerkenntnis bewertet.
2. Begründung des Mediators
Der Mediator ist der Ansicht, dass der Antragsteller Peter berechtigterweise beeinträchtigt ist, da das anhaltende Bellen erheblich in sein Recht auf ungestörten Wohnfrieden eingreift. Gleichzeitig ist sich der Mediator bewusst, dass der Nachbar Markus sich mit Argumenten wie normalem Bellen, Provokationen oder Lösungsversuchen verteidigen könnte, doch ohne Nachweise bleibt seine Untätigkeit wahrscheinlich. Da Markus keine Erwiderung eingereicht hat, gelangt der Mediator zu dem Schluss, dass das Vorbringen des Antragstellers glaubhaft ist.
3. Lösungsvorschlag
Der Mediator schlägt folgende Maßnahmen vor:
- Nachbar Markus sollte innerhalb von 14 Tagen für eine Reduzierung des Bellens sorgen, etwa durch Hundetraining, nächtliche Unterbringung im Haus oder die Installation eines lärmmindernden Zauns. Falls er das Problem nicht löst, sollte er dem Antragsteller Peter gestatten, die zuständigen Aufsichtsbehörden zu informieren.
- Antragsteller Peter sollte den Nachbarn Markus schriftlich (oder über den Mediator) über die konkreten Bellzeiten informieren und eigene Provokationen unterlassen.
- Eine faire Lösung umfasst zudem eine schriftliche Entschuldigung von Markus sowie die Zusage, das Bellen tagsüber auf maximal 15 Minuten pro Stunde zu begrenzen und eine völlig ruhige Nachtzeit zu gewährleisten.
4. Schlussfolgerung des Mediators
Abschließend fügt der Mediator hinzu: „Der Hund Ihres Nachbarn mag glauben, seine Aufgabe sei das Bewachen, aber wenn er ununterbrochen bellt, ist er kein Wachhund mehr – er wird zu einem Alarm, den niemand mehr ernst nimmt. Vielleicht wird Markus ruhiger schlafen, wenn ihm klar wird, dass ruhige Nachbarn auch ein friedliches Leben für ihn bedeuten.“