Mediationssache
Hierbei handelt es sich um eine Meinungsverschiedenheit zwischen der Initiatorin Anna und dem Co-Teilnehmer Markus, die als Partner in Köln mit ihrem 3-jährigen Sohn leben. Anna erwartete, dass Markus sie über seine Verspätung bei der Ankunft zu Hause informieren würde, während er zugibt, dass er dies hätte tun können, ihn die Arbeit jedoch „mitgerissen" habe.
Einschätzung
Beide sind sich einig, dass eine rechtzeitige Benachrichtigung erwartet und respektvoll gewesen wäre. Anna hatte Grund, sich übersehen zu fühlen, da sie sich auf die vereinbarte Zeit verlassen hatte. Markus handelte jedoch nicht mit der Absicht zu verletzen – er vertiefte sich einfach in seine Arbeit und vergaß, Bescheid zu geben. Dies ist ein kleiner Kommunikationsfehler, keine systematische Respektlosigkeit. Anna trifft keine Schuld daran, dass sie erwartete, die Abmachung werde eingehalten; es ist Markus, der Unsicherheit verursacht hat.
Mediationsmeinung
Ich schlage vor, dass Markus Anna eine aufrichtige Entschuldigung dafür anbietet, dass er sie nicht über die Zeitänderung informiert hat – nicht, weil er „konnte", sondern weil es ihr Sorgen erspart hätte. Ich empfehle außerdem, dass sie eine einfache Art der Benachrichtigung vereinbaren (z. B. eine kurze SMS bei jeder Verspätung), was beiden das Leben erleichtern wird. Eine finanzielle Entschädigung ist nicht angebracht – hier geht es um gegenseitigen Respekt, nicht um materiellen Schaden.
Schlussbemerkung
Wenn die Arbeit einen „mitreißt", stelle ich mir vor, Sie fahren in einem Zug ohne Uhr – aber da Sie bei der Arbeit vermutlich bereits eine Uhr haben, könnten Sie zwei weitere Minuten für eine Nachricht finden, bevor Sie bis 17:30 Uhr mitgerissen werden. Beim nächsten Mal binden Sie Ihr Telefon besser an Ihre Hand – oder denken Sie daran, dass „Ich komme um 15:00 Uhr" ein Versprechen ist, keine Zugreservierung, die Sie straflos verpassen können.